STEFAN JAEGGI (ZH)

low Poly

16. Mai bis 28. Juni 2015

Text: Urs Honegger

 

«Zwischen der Konstruktion und der Realität sind eine Vielzahl Zustände möglich», erklärt der Künstler Stefan Jaeggi den Ausgangspunkt seines Werks. «Meine Bilder führen diese Zustände vor und verweisen auf andere Möglichkeitsräume.»

 

Stefan Jaeggi legt in seinen Werken Spuren des Entstehungsprozesses. Der Künstler setzt digital vervielfachte Elemente ein, ohne sie perspektivisch zu verzerren. Er nimmt Hilfswerkzeuge aus den Computerprogrammen der Postproduktion und verwendet sie im fertigen Bild. Er legt monochrome Flächen in seine Kompositionen und schafft so Irritationen, die den Betrachter einladen, Rückschlüsse auf die Konstruktion der Werke zu ziehen.

 

Jaeggi vollzieht das Spiel der Konstruktion präzis und detailverliebt. Voraussetzung dafür ist das handwerkliche Können, das er sich in jahrelanger Erfahrung als Fotograf angeeignet hat. Es entstehen Vorlagen, die eine Fülle an Spielmöglichkeiten erlauben. Seine Arbeiten oszillieren zwischen den Medien Zeichnung, Plan, Fotografie und ‹Computer Generated Imagery›. Die dazwischen liegenden Grenzen werden dekonstruiert oder ad absurdum geführt.

 

Stefan Jaeggi, geboren 1972 in Niederbipp im Kanton Bern, machte sich 1996 nach verschiedenen handwerklichen Ausbildungen und einer abgebrochenen Fotografenlehre als Fotograf selbstständig. Es folgten Aufträge für namhafte nationale und internationale Medien. Seit 2010 widmet er sich künstlerischen Arbeiten. 2011 erhielt er vom Kanton Solothurn ein Atelierstipendium in Paris und seit 2014 absolviert er den ‹Master Fine Arts› an der Zürcher Hochschule der Künste. Stefan Jaeggi lebt mit seiner Familie in Zürich.

 

 

Urs Honegger, 1974, lic. phil. Germanist und Master of Digital Arts, schreibt für die Zeitschrift Hochparterre über digitales Design und leitet das Nachrichtenportal Hochparterre.ch.

Konstruktion O#3, 2014 © Stefan Jaeggi